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  • Ludovica Bello

Corona Krise

Aktualisiert: März 20

Wir befinden uns gerade seit einer Woche (in Mannheim) in der Krise. In Italien, meinem Heimat, sind die Infizierte mehr als 41000 und die Tote 3405. Italien ist im Ausgangssperre schon seit zwei Wochen. Meine Mutter geht aus dem Haus, nur um einzukaufen und das macht sie auch nur einmal in der Woche und ein paar mal am Tag, wegen des Hundes, Charlie.

Mein Vater bleibt brav zu Hause. Meine zwei Schwestern sind beschäftigt: die eine renoviert ihr Haus (naja, renoviert..putzt vor allem) und die andere hat zwei Kinder, die 10 und 5 sind und arbeitet. Sie ist Kindererzieherin und muss jeden Tag Sachen vorbereiten, damit die Eltern der Kindern, die sie normalerweise betreut, Materialien haben, um mit den Kindern so zu spielen, wie man normalerweise im KiTa macht.

Ich befinde mich in Mannheim und fühle so viele verschiedene Gefühle wie noch nie in meinem Leben.

Ich denke an mein Land, das ich vor 10 Jahren verlassen habe, um in Deutschland zu studieren.

Ich denke an meine Familie, an die Schwierigkeiten, die man in diesem Moment dort erlebt. Jede Sekunde kommen neue Nachrichten auf dem Handy: Leute des Dorfes, die positiv getestet wurden, denen schlecht geht, und mit denen man vlt Kontakt gehabt hat. Man warte ab...wird man in 10 Tagen die Krankheit spüren oder ist man heil? Die Angst vor der Infizierung steigt immer mehr. Der Tagesschau ist ungnädig und auch Internet.

In Bergamo waren noch nie so viele Toten gleichzeitig. Die waren so viele, dass das Krematorium, obwohl es Tag und Nacht in Betrieb ist, sie nicht mehr aufnehmen konnte. Die Armee hat deswegen die Leichen mit LKWs in der Nacht zu 12 verschiedenen Kommunen transportiert, die sie bereiterklärt haben, zu helfen.

Während ich heute morgen diese traurige Nachrichten las, gab es etwas, was mich störte...Was? Dieses Zischen und Heulen, typisch von einem Tag im sommerlichen Urlaub: LEUTE AUF DER STRAßE!!!!!! mit Bier und Zigaretten, plaudern, lachend. Eine freaking Party, während der Corona-Krise. Mit Kindern, Erwachsene und ein paar Omas. Schrecklich. Ich wollte schreien aber es kam nichts. Ich wollte ihnen sagen, dass Leute sterben und es in meinem Heimat furchtbar ist. Aber blieb stumm. Ich fand, dass das eine korrekte und richtige Strafe für mich war. Ich habe sie verlassen, ich habe mein Land verlassen. Sie sterben, ich höre mir glückliche, sorglose Menschen. Meine Strafe. Meine Entscheidung.

#coronavirus #covid19 #emigrant #stayathome #andràtuttobene



Die LKW der Armee in Bergamo

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