Suche
  • Ludovica Bello

Nachdenken. Überlegen.

In unserer Welt, die du noch mehr liebst als wir, sind wir mit voller Geschwindigkeit weiter gerastet und hatten dabei das Gefühl, stark zu sein und alles zu vermögen. In unserer Gewinnsucht haben wir uns ganz von den materiellen Dingen in Anspruch nehmen lassen und von der Eile betäuben lassen. Wir haben vor deinen Mahnrufen nicht angehalten, wir haben uns von Kriegen und weltweiter Ungerechtigkeit nicht aufrütteln lassen, wir haben nicht auf den Schrei der Armen und unseres schwer kranken Planeten gehört. Wir haben unerschrocken weitergemacht in der Meinung, dass wir in einer kranken Welt immer gesund bleiben würden. Jetzt, auf dem stürmischen Meer, bitten wir dich: „Wach auf, Herr!“

So der Papst am Freitagabend, den 27. März, bei einem Gebetsmoment am Petersdom in Rom.

Die Worte des Papst interessieren mich normalerweise nicht. Ich habe, auch in meiner Kindheit, den Mann in weiß immer als Opa, der immer mahnt und immer klagt, betrachtet.

Aber.

Diesmal finde ich, dass er Recht hat. Ich denke, dass das "du" in der Sprache nicht unbedingt Gott sein soll. Man könnte auch sagen, dass das "du" die Natur oder die Welt selbst ist.

Das Gleichgewicht, das unser Leben regeln soll, haben wir nicht beachtet.

Wir haben schon als Kinder gelernt, dass 20% der Weltbevölkerung 80% der Ressourcen der Planeten ausnutzt. Wir haben aber nie gedacht, dass wir dieses 20% waren. Die andere 80% waren Leute, die irgendwo in der Wüste lebten: das war doch nicht unsere Schuld, dass sie dort wohnten.

Das Problem ist, dass die Welt, die Natur, Gott, oder wer auch immer, irgendwann eine Rechnung vorlegt und wir, egal ob das uns gefällt oder nicht, müssen bezahlen.

Diese Pandemie bringt uns zum nachdenken und überlegen, ob unser Lebensstil richtig ist. Man kann das auch sehr egoistisch betrachten: wenn wir uns nicht ändern, werden wir verändert, weil die Natur viel stärker als wir arme Idioten ist.

Wir dürfen höchst bis 100 Jahre leben: die Natur guckt auf uns, wir wir Mitesser wären. Vielleicht Pickel, weil wir so viel Lärm machen.

Die Menschheit stellt 0,01% des Lebens auf unserem Planeten dar, aber hat 60% der Wildtiere seit 1970 ausgelöscht.

Wollen wir so weitermachen?

Dann kommen wir zur "Menschen-Situation" selbst.

Es gibt eine Elite von 2153 Personen auf der Welt, die reicher als 4,6 Milliarden Personen ist: sie besitzen so viel wie 60% der Weltbevölkerung. Und noch dazu, Männer besitzen 50% mehr Reichtum als Frauen.





Dann könnte man sagen, dass dieses Benehmen, das uns natürlich kommt (immer sich selbst als Superman und Superwoman zu sehen, Fastfood essen und dabei denken, dass man das auf unseren Blutwerte nicht finden wird, nicht Schlafen und nur arbeiten, weil wir unschlagbar sind), haben auch die große Staatsmänner des Planeten in den Zeiten der Corona-Krise gehabt.

Trump, BoJo, und sogar am Anfang noch Merkel haben auf Italien geguckt und gedacht: "Diese Italiener, so chaotisch und organisiert! Wir kriegen das schon hin!".

Da haben sie normalerweise auch schon Recht, aber diese schreckliche Krankheit hat bis jetzt 10023 Italiener umgebracht - und der Grund kann doch nicht nur sein, dass das Gesundheitssystem unorganisiert ist (Was kann man sonst von den USA sagen??).

Frau Merkel hat innerhalb kurzer Zeit aufgegeben und angefangen, die selbe Regeln wie Conte in Italien zu diktieren.

Aber Johnson hat seine "Herd Immunity"-Theorien (weil er natürlich ein Wissenschaftler ist...) in seinem Land angewendet und -Überraschung!- es hat nicht geklappt.

Jetzt ist es doch alles zu- Quarantäne für alle- und er ist infiziert, wie wahrscheinlich die Hälfte der englischen Regierung, plus Prinz Charles.


Man denkt immer, dass man etwas nicht erleben wird, bis man das tatsächlich erlebt.


Verena Bünten berichtet in der Das Erste-Tagesschau: " [...] Gleichzeitig denkt Trump über Quarantänemaßnahmen für besonders betroffenen Staaten wie New York, New Jersey und Connecticut nach, noch sei aber nichts entschieden. Währenddessen entwickelt sich New Orleans schon zum nächsten Brennpunkt. Ende Februar feierten in dessen Straßen noch 1,5 Millionen Menschen Karneval. Schon nächste Woche drohte den Krankenhäusern voraussichtlich den Notstand. "Wir haben schon vor vielen Tagen 12000 Beatmungsgeräte bestellt, bekommen haben wir bislang 192 Stück" sagt der Gouvernor der Louisiana, John Bel Edwards. Um zu helfen, setzt der US-Präsident erstmals das Wirtschaftskriegs-Gesetz ein und verpflichtet der Autobauer General Motors zur Herstellung Beatmungsgeräten: das landesweite Produktionsziel 100000 Geräte in drei Monaten, das dreifache der sonstigen US-Jahresproduktion.

In 100 Tagen, 100000 Beatmungsgeräte produzieren, die einen nennen das ehrgeizig, andere kaum zu schaffen, denn für branchenfremden Hersteller sind Beatmungsgeräte komplex.

Es ist Trumps Versuch, die USA in Kampf gegen das Virus als Führungsmacht zu etablieren. Bislang führt die Supermacht nur in der weltweite Statistik der Krankheitsfälle.

Nachdenken. Überlegen. Wie kann ich meine Welt verbessern, wenn alles wieder "normal" wird?

Das kann man wohl auch als US-Präsident machen...





14 Ansichten